Von der ersten bis zur letzten Monatsblutung verwendete jede Frau in etwa 16.000 Tampons oder Binden. Doch was verbirgt sich in Wirklichkeit hinter diesen dienlichen Helfern – Sauberes Hygieneprodukt oder ein Fall für den Sondermüll?

Die sogenannten Wegwerfbinden und Einwegtampons sind die am häufigsten verwendeten und wohl bekanntesten Menstruationshygieneartikel. Zu finden in allen gut sortieren Supermärkten, Apotheken und Drogerien. Tagtäglich werden diese Produkte von der Werbung als sauber, sicher, praktisch und diskret angepriesen. Frauen in aller Welt profitieren anscheinend vom hygienischen Nutzen und vertrauen oftmals blindlings auf die gesundheitlichen Unbedenklichkeit dieser Artikel. Ein Blick in den Beipackzettel fördert jedoch Unglaubliches zutage.

Großmutters wiederverwendbare Einlagen setzten sich noch aus reiner Baumwolle zusammen, doch diese Zeiten gehören anscheinend längst der Vergangenheit an. Mittlerweile greifen zwar noch einige Hersteller auf ein Fasergemisch aus Zellulose und und Baumwolle zurück, doch in der Regel bestehen konventionelle Tampons heutzutage überwiegend aus gepresster Viskosewatte und die Monatsbinden werden vornehmlich aus reinem Zellstoff hergestellt. Darüber hinaus werden die Tampons und Binden in der Regel von einer Plastikschicht umgeben, was das Eindringen von Fasern in die Scheide verhindern und somit einer bakteriellen Besiedlung entgegenwirken soll. Aller Hygienevorschrift zum Trotz sind es aber gerade jene verwendeten Materialien, die die größte Gefahr in sich bergen.

Die Viskose der Tampons wird beispielsweise durch diverse chemische Prozesse aus Zellstoff gewonnen, wohingegen der Zellstoff wiederum aus demjenigen Industrieholz hergestellt, welches bei der Möbelproduktion als Nebenprodukt anfällt. Die Herkunft des Holzes bleibt hierbei genauso ungeklärt, wie die Art des verwendeten Holzes selbst. Ganz zu schweigen von der chemischen Belastung. Für Tampons und Binden gelten dieselben gesetzlichen Grenzwerte, wie für Taschen- oder Kosmetiktücher. Im Gegensatz zu den sogenannten Hygienepapieren sind diese aber über viele Stunden in engem Kontakt mit dem Körper und sollten deswegen gesondert eingestuft werden. Zumal in verschiedenen Monatsartikeln das krebserregende Formaldehyd sowie andere halogenorganische Verbindungen nachgewiesen wurden, die laut Hersteller Rückstände des Bleichprozesses sind. Gerade die zum Bleichen verwendete Chemikalie Dioxin ist hoch toxisch. Zwar bestreiten die Hersteller die Verwendung dioxinhaltiger Bleichmittel, jedoch blieb ein unabhängiger Studiennachweis bisher noch aus. Kritiker bringen Dioxine in Verbindung mit dem Regelschmerz (Endometriose), da Frauen, die an einer Erkrankung der Gebärmutter leiden, eine signifikant hohe Konzentration von Dioxinen im Körper aufweisen. Darüber hinaus sind Dioxine krebserregend und können unter anderem zur Unfruchtbarkeit, Geburtsfehlern sowie Missgeburten führen.

Nicht weniger glimpflich ist es um die beim Herstellungsprozess zum Einsatz kommende Baumwolle bestellt. Sie ist überwiegend genmanipuliert und mit Pestiziden und Insektiziden durchsetzt. Pestizide greifen sowohl die inneren Organe als auch das menschliche Nervensystem an. Sie können unter anderem die Zellteilung stören, das Entstehen von Krebs begünstigen, das Erbgut verändern, das Immunsystem beeinträchtigen und alle möglichen Allergien auslösen. Unabhängige Untersuchungen förderten darüber hinaus zutage, dass so manche auf dem Markt befindliche Babywindeln sowie diverse Tampons und Slipeinlagen das hochgiftige Biozid TBT (Tribuylzinn) enthalten. Jene farblose Flüssigkeit wirkt sich bereits in extrem geringer Konzentration extrem schädlich auf das menschliche Hormonsystem aus.

Die Chemikalien sind die eine Seite der Medaille, die Bakterien die andere. Vor allem Tampons stehen im Verdacht ursächlich für das Toxische Schocksyndrom (TSS) zu sein. TSS wird durch Bakterien ausgelöst, die in im Tampon aufgefangenen Blut einen idealen Nährboden finden. Die an TSS erkrankten Opfer erleiden einen Giftschock und haben grippeähnliche Symptome, die von hohem Fieber über Erbrechen bis hin zu Durchfall und allgemeiner geistiger Verwirrtheit reichen. Normalerweise kann TSS erfolgreich behandelt werden, jedoch führte die Krankheit in der Vergangenheit zu schwerwiegenden Verletzungen und forderte sogar bereits einige Todesopfer, so dass in den USA seit geraumer Zeit behördliche Aufklärungsarbeit hinsichtlich möglicher Risiken von TSS betrieben wird.

Doch was ist die Alternative zur Highteck-Dioxin-Binde respektive Killer-Tampon? Zurück zu Omas auswaschbaren Einlagen? Warum eignetlich nicht. Wiederverwendbare Monatsbinden bestehen aus reinster Baumwolle, Hanf oder Seide. Sie können nach dem Gebrauch einfach per Waschmaschine gereinigt und dann bedenkenlos wiederverwendet werden. Alternativen zum “Massen o.b.“ finden sich reichlich: In der Naturwarenbranche gibt es mehrere namhafte Firmen, die sich auf die Herstellung von Wegwerfbinden und -tampons aus reiner Biobaumwolle spezialisiert haben. Ungebleicht und ohne irgendwelche toxischen Beimischungen oder etwaige Pestizide. Gerade die wiederverwendbare Menstruationshygieneartikel erfreuen sich in letzter Zeit einer immer größeren Beliebtheit. So funktionieren beispielsweise Naturschwämme ähnlich wie Tampons. Sie werden nach dem Gebrauch ausgespült und halten circa 4-6 Monate. Die Schwämme werden überwiegend aus Korallen hergestellt und sind deswegen für Vegetarier eher ungeeignet. Tierliebhaber greifen dann vielleicht besser auf die sogenannte Menstruationstasse beziehungsweise Mondbecher zurück. Dies ist ein aus Gummi oder Silikon hergestellter Becher, der in die Scheide eingesetzt wird, wo er das Menstruationsblut auffängt. Nach spätestens acht Stunden sollte der Becher entnommen und gründlich gereinigt werden, danach kann er abermals frisch eingesetzt werden. In der Regel halten diese Becher bis zu zehn Jahren, was den vergleichsweise hohen einmaligen Anschaffungspreis rechtfertigt.

Menstruationsbecher und Stoffbinden sind nicht nur für die eigene Gesundheit förderlicher, sondern entlasten vor allem die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Natürliche Materialien scheinen vielen Frauen besser zu bekommen als konventionelle Frauenhygiene-Produkte mit synthetischen Bestandteilen. Warum sich mit Sondermüll zufrieden geben, wenn es gesündere und vor allem preisgünstigere Alternativen gibt!

Noch einen lustigen Tamponsketch zur Aufheiterung gefällig?

[Die Dreisten Drei | Tampon Sketch | 1.26 min]

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