Viele Menschen schreiben der FIFA eine Vorbildfunktion zu. Mit ihrer weltweiten Aktivität setzt sie sich für die Verbreitung des Fußballs und dessen tugendhaften Charakter ein. Die Motivation der FIFA-Funktionäre scheint weniger ehrenhaft zu sein. Korruption, Schmiergeldaffären und Vetternwirtschaft gehören für Blatter und Co. anscheinend zum höchsten Gut.

So ziemlich jedem Mann und so manch einer Frau dürfte die FIFA ein Begriff sein. Es ist die Internationale Föderation des Verbandsfußballs, die am 21. Mai 1904 in Paris gegründet wurde. Der derzeitige Sitz des Weltfußballverbands ist im schweizerischen Zürich gelegen. Von dort aus werden die verschiedenen Fußball-Wettbewerbe der Herren und Frauen organisiert. Derzeitiger Präsident ist Joseph S. Blatter. So viel zu den offiziellen Daten.

Neben diesen für die Öffentlichkeit interessanten Daten gibt es aber noch ein weiteres, weniger schönes Bild der FIFA zu zeichnen. Gemeint ist die mit knallharten Mitteln der FIFA und ihrer Sponsoren vorangetriebene und umfassende Kommerzialisierung des Fußballs. Allein die Fernsehrechte für die Fußball-WM der Herren 2002 und 2006 spielten der FIFA 1.8 Milliarden Euro in die Kassen. 2006 wurde ein Gewinn von 226 Millionen Euro ausgewiesen, wobei gerade einmal 800.000 Euro zu versteuern waren. Diesen glücklichen Umstan verdankt die FIFA ihren Eintrag als nicht gewinnorientierte Organisation, weswegen sie wie ein gemeinnütziger Verein besteuert wird. Die Fassade der weltweiten Wohltäterschaft bekommt schon einige Risse und sie bröckelt immer mehr dahin, je mehr man sich mit dem geschäftlichen Treiben der FIFA auseinandersetzt. Doch die steuerlichen Vergünstigungen und informelle Absprachen sind nur die Spitze des Eisberges.

Präsident Blatter und seine Kollegen sitzen auf einem hohen Ross und beten, dass sie hiervon auch so schnell kein Richterspruch runterholen wird. Das Schlimme daran ist, dass sie damit sogar durchkommen. Im Juni 2010 stand im schweizerischen Zug eines der größten Bestechungsskandale der Sportgeschichte zur Verhandlung. Gegen eine Zahlung von 5.5 Millionen Euro stellte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Blatter und Co. schließlich ein. Ironischerweise bildeten die millionenschweren Schmiergelder den Anfang und das Ende der Ermittlungen.

Den hochrangigen Offiziellen der FIFA wurde vorgeworfen, viele Millionen Euro Schmiergelder vom einstigen Weltmarktführer im Sportmarketing erhalten zu haben. Die Rede ist von der Firmengruppe ISL (International Sports and Leisure ). Der ISL wurden seit 1986 die exklusiven Vermarktungsrechte für das FIFA-Logo übertragen. Im Gegenzug übertrug die ISL einigen Mitarbeitern des gemeinnützigen Vereins eine nicht unerhebliche Summe von mehreren Millionen Euro auf deren Konten. Um genau jene monopolisierenden Bestechungsgelder rankte das Schmierentheater, das kürzlich in der Schweiz abgehalten wurde und dessen Urteilseinstellung mehr Ausdruckskraft besitzt, als jeder Richterspruch jemals hätte leisten können:  Schuldiger Freispruch im Sinne der Anklage!

Die Dokumentation Der schöne Schein – Die FIFA und das Geld liefert den exklusiven Hintergrundbericht zu diesem Skandal. Sehen Sie eine bemerkenswerte Dokumentationen, die sich um Schmiergeldaffären, geheime Absprachen und den Zusammenbruch einer der größten Sportmarketingfirmen der Welt dreht.


[Der schöne Schein - Die FIFA und das Geld | arte | 42 min]

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