Dachau, Auschwitz und Guantanamo. Das Rad der Geschichte wiederholt sich. Amerika sorgt für eine Renaissance von Nazi-Deutschland im 21. Jahrhundert.

Obama versprach kurz nach seinem Amtsantritt, das Gefangenenlager auf Guantanamo binnen einem Jahr zu schließen. Doch nichts ist passiert! Das erste Gefangenenlager auf Guantanamo hieß „Camp X-Ray“. Es schloss seine Pforten am 29. April 2002 und wurde gegen das größere Internierungslager „Camp-Delta“ ersetzt. Daneben gibt es noch ein so genanntes „Camp-Echo“, das für spezielle Gefangene mit gesonderten Verhörmethoden bereitsteht, bis heute.

Insgesamt wurden nach der US-amerikanischen Besatzung von Afghanistan im Jahr 2002 über eintausend Menschen aus mehr als vierzig Ländern nach Guantanamo deportiert. Als mutmaßliche Mitglieder von Al-Qaida beziehungsweise der Taliban werden ihnen jegliche Rechte als Kriegsgefangene abgesprochen. Nach Meinung der US-amerikanischen Regierung gelten diese Menschen fortan als „ungesetzliche Kombattanten“ (unlawful combatants). Die Amerikaner wählten diese Formulierung aus einem einzigen Grund: Sie umgehen somit die völkerrechts- und menschenrechtsverbindlichen Genfer-Konventionen, die eine humane, folterfreie Umgangsweise mit Kriegsgefangen vorsieht.

Nicht nur Erwachsene werden in Guantanamo gefangen gehalten, sondern auch Kinder und Jugendliche. Im Januar 2004 wurden drei Inhaftierte im Alter zwischen dreizehn und sechzehn Jahren nach Afghanistan zurückgebracht und dort freigelassen. Nach US-Angaben seien diese Kinder „keine Gefährdung mehr für die Sicherheit der Vereinigten Staaten“. Nachdem Sie das untenstehende Video angesehen haben, werden Sie auch wissen, warum diese Halbwüchsigen für Niemanden mehr, außer für sich selbst vielleicht, eine Gefahr darstellen.

Donald Rumsfeld, der ehemalige US-Verteidigungsminister, ordnete seiner Zeit folgende zulässige Verhörmethoden an: Permanente Schlafunterbrechung und Schlafentzug, was über kurz oder lang bei jedem Menschen zur totalen Desorientierung führt. Des Weiteren wurden eine generelle Irreführung, die Ausnutzung von Phobien, die Angst vor Hunden und leichte, so genannte „nicht verletzende Berührungen“ ausdrücklich erwünscht. Ehemalige Opfer sagen aus, ihre Kidnapper hätten sie bewusstlos geschlagen, gedroht ihre Familien umzubringen, ihre Köpfe in Toilettenschüsseln gesteckt und überhaupt seien sie jahrelang in Einzelhaft gesteckt und (homo)sexuell belästigt worden. FBI-Agenten fanden Menschen in Guantanamo vor, die halluzinierten, sich pathologisch verhaltend alle Haare vom Kopf rissen, zitternd und unterkühlt auf dem Boden, schlimmer als in Käfigen gehaltenen Tiere, vor sich hin kauerten, da sie bis zu 24 Stunden in einem eiskalten Raum mit Strobolichtern und lauter Musik gefügig gemacht werden sollten. Dabei haben Laborexperimente zum Thema Reizentzug ergeben, dass nach nur 40 Minuten der Proband bereits zu halluzinieren anfing. Man mag sich gar nicht ausdenken, was eine 24 Stunden Dauerbearbeitung für bleibende Schäden hinterlassen kann.

In einem Bericht vom spanischen Nationalen Gerichtshof heißt es über die Gegebenheiten in Guantanamo, dass Schläge auf die Hoden, unterirdische Haft in totaler Dunkelheit über einen Zeitraum von drei Wochen mit Nahrungs- und Schlafentzug, die Bedrohung durch Injektionen von Zysten des Hundebandwurms, das Beschmieren von Gefangenen mit Exkrementen und Menstruationsblut, sowie die das Ertrinken simulierende Verhörmethode des „Waterboardings“ zum alltäglichen Handwerk der US-amerikanischen Peiniger gehören. Diese Folterungen wurden immer unter der Beobachtung von modernen NS-Ärzten durchgeführt, jedoch nicht um die Gesundheit sicherzustellen, sondern um ein Höchstmaß an menschlicher Grausamkeit zu erzielen.

Die hieraus entstehenden psychischen Probleme sind mehr als offensichtlich: Selbstverstümmelung ist ein Dauerproblem auf Guantanamo. Allein bis September 2003 gab es durchschnittlich zwei Selbstmordversuche pro Woche. Einmal versuchten sich sogar 23 Häftlinge gemeinsam das Leben zu nehmen. Zur Vertuschung dieser Vorfälle wurden alle weiteren Versuche als „effekthaschendes und selbst verstümmelndes Verhalten“ zu Protokoll gegeben. Die Selbstmordrate fiel über Nacht auf Null Prozent und auf diesem Stand verharrt sie bis zur aktuellen Stunde.

Mittels Gewalt, Schande und Erniedrigung werden die Würde, Selbstachtung und das Selbstverständnis minutiös und mit chirurgischer Präzision aus der Seele der Gefangenen herausgeschnitten und allen Wärtern zum Fraß vor die Füße geworfen. Anscheinend heiligen bei den Amerikanern die Mittel den Zweck, was damit eigentlich bezweckt wird, bleibt weiterhin im Verborgenen. Auf jeden Fall erschüttern die zur Schau getragenen Praktiken auf Guantanamo die Grundpfeiler unserer westlichen Welt, auf die wir so stolz sind: Freiheit, Demokratie, das Rechtsstaatsprinzip und vor allem Humanität, das bedeutet Menschenwürde.

Die Foltergefängnisse der Amerikaner überall auf der Welt stellen eine moralische Bankrotterklärung für dieses Land dar. Was nach all den Enthüllungen schließlich offenbar wird, ist die Tatsache, dass die heutigen Amerikaner den Folterpraktiken und Herrschaftsansprüchen der damaligen Nazis in nichts nachstehen. Auschwitz und Dachau sind den US-Amerikanern anscheinend keine historischen Mahnmale, sondern nachahmungswürdige Denkmäler. Gepriesen sei Amerika. Heil Dir Amerika.

Den Simulationsversuch einer Gefangenschaft auf Guantanamo präsentierte der britische Fernsehsender Channel 4 seinen Zuschauern im Jahr 2005. An diesem ungewöhnlichen Experiment nahmen seinerzeit sieben Freiwillige teil. In einer abgeschwächten Version wollen sie die Haftbedingungen in Guantanamo durchleben und überleben. Guantanamo-light zum Probekosten sozusagen. Im Nachhinein waren ausnahmslos alle Testpersonen erschüttert über die Folgen, die sie sich im Vorfeld weniger gravierend vorgestellt hatten. Lediglich vier der sieben Probanden führten diesen erniedrigen Selbstversuch zu Ende, die anderen brachen vor physischer und vor allem psychischer Erschöpfung vorzeitig zusammen. Doch sehen Sie selbst.

[Folter: Das Guantanamo-Experiment | Channel 4 | 49 min]

Kommentare
von Sir Toby
Gepostet 18. Mai 2010 at 04:36

Was nach all den Enthüllungen schließlich offenbar wird, ist die Tatsache, dass die heutigen Amerikaner den Folterpraktiken und Herrschaftsansprüchen der damaligen Nazis in nichts nachstehen. Auschwitz und Dachau sind den US-Amerikanern anscheinend keine historischen Mahnmale, sondern nachahmungswürdige Denkmäler.

Im Unterschied zu uns allerdings, scheinen die Amerikaner keinerlei moralische Probleme mit ihrem Tun und Treiben zu haben. Auch eine Botschaft…

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