Die USA gelten als das Paradeland der Demokratie und Freiheit. Seit Jahrzehnten wollen sie diese Werte zum Weltexportschlager Nr.1 werden lassen. Jedoch scheitern sie bereits vor der eigenen Haustüre. Die Rede ist von Kuba.

Mit dem kubanischen Guantánamo  brachte man bis vor kurzen lediglich eine kleine Universitätsstadt in Verbindung, die durch ihre gut erhaltene koloniale Architektur besticht und in der Nähe der Guantánamo-Bucht gelegen ist. Der kubanische Poet und Schriftsteller José Martí machte die Metropole weltweit mit seinem Lied Guantanamera bekannt. Jedoch sorgt Guantánamo seit ein paar Jahren durch völlig andere Schlagzeilen für Furore. Jene von den Touristen weitaus unerschlossene Stadt wird nämlich oft in Verbindung mit dem US-amerikanischen Militärgefängnis Guantanamo Bay Naval Base gebracht. Es ist der antidemokratische Außenposten der USA und Musterbeispiel für den neuen American Way of Life.

Zur Mitte des letzten Jahrhunderts stellten die Alliierten unter der Führung der Amerikaner die Juden hassenden Naziverbrecher in Nürnberg vor Gericht. Die damalige Anklage lautete: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Amerikaner waren es, die die moralischen Maßstäbe für die Zukunft setzten und an jenen Tugenden sollen sie heutzutage auch selbst gemessen werden. Nicht mehr die Deutschen und ihre Verbrechen, sondern die Amerikaner und ihre unmenschlichen Taten stehen im 21. Jahrhundert unter Anklage. In Deutschland gilt, dass ein Angeklagter so lange unschuldig ist, bis seine Schuld von der Staatsanwaltschaft zweifelsfrei bewiesen wurde. In Amerika galt dies bis vor kurzem auch noch, jedoch haben sich die Zeiten dramatisch verändert.

Die Vorzüge der gegenwärtigen deutschen Rechtssprechung findet man kaum noch in Amerika, völlig aufgehoben wurde eine ordentliche Gerichtsbarkeit hingegen für die Gefangenen in Guantánamo. Das kapitalistische Amerika verstößt im kommunistischen Kuba zum einen gegen geltendes Völkerrecht, zum anderen verwerfen sie die einst aufgestellten moralischen Imperative und zum Schluss bricht der amtierende amerikanische Präsident und Inhaber des zur Farce verkommenden Friedensnobelpreises Barack Hussein Obama eines seiner ärgsten Wahlversprechen: Die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo innerhalb eines Jahres. Die mitunter seit fast einem Jahrzehnt unschuldig Inhaftierten werden in Käfigen gefangen gehalten und Tag für Tag gefoltert, malträtiert und systematisch ihrer Menschlichkeit beraubt. Die dort Gefangenen sind nicht angeklagt, nicht verurteilt und ihre Schuld nicht bewiesen. Es lebe die Demokratie, es lebe die Neue Weltordnung.

[Amerikanische Kriegsverbrechen in Guantanamo, 2007]

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