Glaubenskriege
14. Januar 2010


Sind die modernen Medien wahrheitsliebende Berichterstatter oder Sendeboten einer bestimmten Ideologie? Ein Kurzfilm über die Manipulation der Medien und moderne Glaubenskriege.

Unter einem Religionskrieg versteht man einen Krieg, der der Religion halber geführt wird. Unter einem Glaubenskrieg versteht man einen Krieg, der des Glaubens halber geführt wird. Als die Religion konkurrenzlos ihre Stellung in der Gesellschaft behaupten konnte, hießen die Glaubenskriege noch Religionskriege. Die Zeit der Religionskriege scheint vorbei zu sein, sie wurde durch moderne Glaubenskriege abgelöst. Es ist durchaus vorstellbar einen Krieg ohne Religion zu führen, doch ein Krieg ohne Glaube ist schlechterdings unmöglich.

Wir Menschen glauben an sehr viele Dinge. Nebst dem religiösen Glauben, halten einige die Kraft der Vernunft für wahr oder sie loben naturwissenschaftliche Ansätze und den damit einhergehenden Fortschritt und manch einer vertraut auf das Gute oder eben auch das Schlechte im Menschen. In letzter Zeit hat sich noch eine weitere Glaubensrichtung dazwischen geschoben. Es gibt immer mehr Menschen, die weder an das eine noch an das andere glauben. Ihr Glaubensinteresse gilt eher den Medien und deren gleich lautenden Lippenbekenntnissen. Sie halten das für wirklich, was sie beim Frühstück in den Zeitungen lesen, auf dem Weg zur Arbeit im Radio hören und sich nach Feierabend im Fernsehen anschauen. Sie orientieren sich an den von den Medien vermittelten Glaubenssätze, welche gebetsmühlenartig wiederholen, dass die Kriege auf der Welt um der Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Demokratie wegen geführt werden müssen. Dieser Glaube an die gute Sache legitimiert die Gräueltaten der Gegenwart, die nun nicht mehr im Namen der Religion, sondern im Namen des Glaubens geführt werden.

In dem Kurzfilm Glaubenskriege von Julian Wiehl, geht es um genau diese Thematik. Der Film reflektiert über die von den Medien erzeugte Meinung, welche durch ihre kritiklose Akzeptanz in der Öffentlichkeit immer mehr zur allgemeinen Wahrheit avanciert. Dabei wird offenbar, dass die Medienbeiträge mehr über die Produzenten und deren Absichten aussagen, als über die zu vermittelnde Wirklichkeit selbst. Schließlich glaubt auch der Filmemacher, der Redakteur oder der Radiomoderator wiederum an irgend etwas und genau dieser Glaube ist ausschlaggebend für das von der Wirklichkeit vermittelte Bild. Das ganze Leben verschwimmt demnach zu einer verschachtelten Illusion. Das kann man nun glauben oder nicht.

[Glaubenskriege]

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